“Spatzl, es gibt Spätzle!!”

Adam And Eve's Parad(e)ise(r) Cookbook © Liz Collet

Adam And Eve’s Parad(e)ise(r) Cookbook © Liz Collet

Das Prinzip ist so einfach, dass man sie eigentlich täglich machen könnte.Und in der Tat, es gibt Regionen, in denen gibt es sie täglich. Fast. Schwaben. Und Allgäu. Mischen Sie das nicht. Das ist durchaus nicht ein und dasselbe. Im Allgäu stand meine Wiege – in einem hübschen kleineren Ort an der Romantischen Strasse, vollständig umgeben von einer Stadtmauer und mit wunderschönen Auen am Lech gelegen. Und anderem hübschen mehr, das die Natur an Zutaten auch zu Pastagerichten liefert. Noch im ersten Lebensjahr wurde ich in die Isarmetropole verschleppt. Wo ich durchaus nicht weniger  vergnügt  fortan grösser wurde.

Auch dank Pasta, die man damals einfach “Nudeln” nannte. Und Nudeln gehörten zu den Gerichten, an denen ich mich kugelrund hätte genüsslich laben und von denen ich mich beinahe ausschliesslich hätte ernähren können. Wären da nicht noch Apfel- und andere Strudel und viele andere wunderbare Schmankerlfreuden zur verführerischen Auswahl gestanden. Nur die Vernunft machte beim dritten Teller dann doch Halt. Also,…nach dem 3. Teller….😉

Und wie Nudeln gab es eben auch Spätzle.  Auch die gab es regelmässig, allerdings eher bei meinen Grosseltern. Bei denen ich viele Wochen des Jahres verbrachte.  Ich bin dennoch nicht spätzlesüchtig. Aber ich mag sie. Regelmässig. Und nur hausgemacht und handgeschabt. Und wenn sie mal dicker, mal dünner geraten oder als Knöpfle oder längliche hauchdünne Spätzle, dann liegt das an der jeweiligen Tageslust und dem Glüstl, wozu es sie gibt oder was es zu den Spätzle dazu gibt.

Klassisch mag ich sie aber fast am liebsten. Entweder aus dem siedenden Wasser und nur Kräuter und Käse darüber. Noch lieber habe ich sie anschliessend erst mal in schäumender Butter goldbraun und aussen knusprig und innen spätzleweich, zu Blattsalaten und mit Allgäuer Bergkäse darüber. Und zu den rund 1000 anderen Möglichkeiten für und mit und rund um Spätzle liesse sich ein eigener Blog füllen. Mit mindestens 1000 Posts und Rezeptideen. Wir mogeln die Spätzle stattdessen einfach hier und da und zwischendurch hier in den Pasta-Blog mal rein. Auftakt – der Klassiker!

Sie brauchen:

200 g  Spätzlemehl, Salz, 2 Eier ( L), knapp 100 ml Wasser.

2-3 EL Butter

Mischen Sie das Mehl mit 1 /2 TL Salz in einer Schüssel. Verquirlen Sie Eier und Wasser miteinander und geben Sie die Mischung zum Mehl. Schlagen Sie die Zutaten mit dem Schneebesen oder  Knethaken des Handrührgeräts zu einem ziemlich zähflüssigen Teig. Decken Sie die Schüssel mit einem sauberen Leinen ,  Küchentuch oder Teller ab und lassen Sie den Teig bei Zimmertemperatur ca. 30 Min. ruhen

In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen und salzen. An dieser Stelle beginnen die Geister sich zu scheiden: Spätzlehobel, Spätzlesieb oder Spätzlepresse?

Ich kenne jede der Utensilien. Und greife fast ausschliesslich nur zu einem simplen Holzbrettchen und einer Teigkarte. Das Brettchen lose auf den Topfrand aufsetzen, mit der Karte mit wenig Wasser benetzen und etwas Teig (1 Esslöffel voll) mit dem Esslöffel auf das Brettchen geben und mit der Karte dünne Spätzle über das Brett und seinen Rand in das kochende Wasser “schaben”.

Die Spätzle aufkochen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann jeweils  mit dem Schaumlöffel herausheben, in einem Sieb kurz kalt abspülen und in eine Schüssel geben. Und mit dem ganzen Teig so verfahren.

(Mein Tipp: Schüssel kaltes Wasser neben dem Herd stellen, Sieb einhängen. Spätzle dort hineingeben, Sieb anheben, abtropfen lassen und Spätzle danach in dritte  Schüssel geben.)

Manche halten Sie auch im Backofen bei ca 70° warm, weil sie sie ohnehin im Ofen und mit Käse und Zwiebeln dort dann weiter zubereiten werden. Ich mag die Spätzle am liebsten anders zubereitet. Dazu gleich mehr.

Sie können  Spätzle entweder pur servieren. Oder in den Ofen geben und in einer Auflaufform mit Käse und Zwiebeln (vorher anglasiert) geschichtet und bedeckt gratinieren.

Oder – und so liebe ich sie –  nach Belieben die Butter oder etwas Butterschmalz in einer Pfanne goldbraun und leicht knusprig braten. Auch dabei mag ich klein gewürfelte Zwiebeln darunter gemischt. Anschliessend werden sie mit frischen Kräutern (Petersilie, Schnittlauch) und  frisch geriebenem Bergkäse bestreut und zu Salat serviert. Als Salat mag ich dazu am allerliebsten Rapunzelsalat (Vorgerl- /Feldsalat), der mit einem würzigen Dressing und ein paar Tomatenvierteln oder -würfeln dazu besonders gut passt.

Natürlich können Sie die Spätzle auch als Beilage zu Fleisch- und Pilzsaucen, Braten aller Art oder zu Gemüse servieren.

Und wenn Sie jetzt ein Bild der heute servierten Spätzle erhofften, muss ich Sie auf ein paar Tage später vertrösten. Sie waren mir unter der Hand weggefuttert worden, bevor ich den einen Schritt Umweg bei der Kamera im Sprint geschafft habe. So kann’s gehen. Wenn’s schnell geht. Und wie schnell und leicht sie selbstgemacht gehen und zu machen gehen, haben Sie jetzt gelesen. Versuchen Sie es doch auch einmal?

In den kommenden Tagen gibt es nochmal welche. Ich werde darauf achten, dann schneller im Sprint zu sein, als die Schmankerlliebhaber am Tisch. Versprochen. Schauen Sie doch wieder herein, bitte. Dann sprechen wir auch mal über Zutaten aus der Natur zu den Spätzle. Wie wäre es? Bis dahin, bon appetit!

About Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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3 Responses to “Spatzl, es gibt Spätzle!!”

  1. Pingback: Linsen und Spätzle | CollezionePastaAppassionata

  2. Pingback: Was ist das da am Ei? {Oder: Ist das frisch oder muß das weg?} | Lizchens Markt-Gangerl

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