Spaghetti Carbonara à la Clelia Sarto

Spaghetti Carbonara © Liz Collet

Spaghetti Carbonara © Liz Collet

Lieben Sie Spaghetti Carbonara? Dann gefällt Ihnen sicher dieses Rezept “Spaghetti Carbonara à la Clelia Sarto”; Clelia Sarto, die nicht nur in Serien wie “Der Knastarzt”, “Dr. Klein” und Filmen wie “Die Dienstagsfrauen” und natürlich in dem neuen Til Schweiger Film “Honig im Kopf” in Kino und TV präsent ist, hat das Rezept bei ihrem Besuch in dieser Folge der Sendung “DAS” im NDR verraten.

Bei ihr wird es – klassisch wie auch bei mir – nicht mit Sahne zubereitet, die nach Meinung vieler vermeintlich zum Rezept gehört, sondern mit Ei und Parmesan. Meine allererste “Carbonara”, die ich gegessen habe, erinnere ich noch sehr genau, auch deshalb, weil ich das erste Mal allein ein italienisches Ristorante besuchte. Und zwar noch zu Schulzeiten. Ich hatte nachmittags nach dem Unterricht an einem Wochentag sowohl einen Kurs für Russisch, als auch anschliessend für Italienisch an der VHS. Üblicherweise blieb ich dann entweder noch eine Zeitlang in dem Raum zwischen Aula und “Kiosk” der Schule, erledigte Hausaufgaben oder Lernstoff und trank heisse Brühe, die ich mir in einer kleinen Thermoskanne mitbrachte an solchen Tagen. Denn zum Heimfahren und wieder nach Schwabing fahren hätte die Zeit dann nicht wirklich Sinn gemacht.

Und so versuchte ich jede Woche vor diesen Kursen die Zeit in der Schule mit Lernen zu nutzen, bis ich mit der U-Bahn dann zu der Schule fuhr, in der die VHS -Kurse stattfanden. An diesem Tag hatte ich nichts mehr, das ich lesen oder lernen konnte, die Brühe war alle gewesen, weil ich sie in der Pause mit einer Freundin geteilt hatte, die kein Geld für eine Brühe aus dem Automaten dabei hatte. Und so war ich ohne Mittagessen und  zur Überbrückung der Zeit dazwischen von der Schule am Luitpoldpark die Belgradstrasse zu Fuss Richtung Kurfürstenplatz gegangen, wollte mir dort irgendwo eine Semmel oder eine Breze kaufen und von dort dann weiter zur “Bayernschule” in der Hiltenspergerstrasse. Das Wetter war nasskalt und ungemütlich und selbst wenn ich noch so langsam spaziert wäre und jedes Schaufenster auf dem Weg ausgiebig gebummelt hätte, wäre ich noch immer dann mehr als eine Stunde im Flur der Bayernschule herumgesessen.

Keine Ahnung, was mich an jenem einen Tag für ein Teufelchen ritt, als ich an diesem italienischen Restaurant in der Belgradstrasse vorbeikam, überhaupt an der Speisekarte stehen zu bleiben neben der Türe und sie zu lesen. Die Preise waren sehr günstig – Pastagerichte auf der Mittagskarte zwischen 5 und ca 9 DM zu haben.

Trotzdem, ich weiss nicht, was mich trieb, aber ich ging hinein. Ausser mir war nur ein Pärchen an einem der Tische – aber nun war ich schon einmal dort und ein Kellner half mir schneller aus dem alten moosgrünen wärmenden Teddyparka meines verstorbenen Münchner Grossvaters, in den ich mehr als zweimal passte, als ich kucken konnte.  Und so nahm der Weg zur Carbonara seinen Lauf.

Denn nach einem Blick durch die Karte und auf der Suche nach einem preiswertem und zugleich verlockendem Gericht bestellte ich “Tagliatelle alla Carbonara”. Ich erinnere mich noch wie heute an den Geschmack der Carbonara, die Konsistenz der hausgemachten Tagliatelle, den aromatischen Schinken, der auf der Zunge zerging und vor allem an den nur grob gemahlenen schwarzen Pfeffer. Solchen gab es bei uns zuhause nicht, meine Mutter kaufte gemahlenen schwarzen Pfeffer. Ich verliebte mich auf Anhieb in das unvergleichlich bessere Aroma des grob gemahlenen und viel schmackhafteren Pfeffers. Und in die Tagliatelle alla Carbonara ohnehin. Ich hatte einen Platz am Fenster zur Belgradstrasse und genoss jeden Bissen des Gerichts.

Man war sehr aufmerksam zu der schüchternen 17-Jährigen, die (wie mir später und heute klar wurde und ist) vermutlich fast ebenso ungewöhnlich auf den Besitzer des Restaurants wirken musste, wie es der Besuch dort weit mehr für mich war. Einfach allein und mitten in der Woche irgendwo im Restaurant essen gehen! Und für sowas Geld auszugeben, das ich sonst sehr diszipliniert durch Jobs verdiente, eisern sparte für Führerschein und Studium und allenfalls für Schulbücher, Kurse an der VHS und Klassenfahrt ausgab…..! Frevel – selbst in meinen eigenen Augen.

Dass das erst recht mein Geheimnis bleiben musste und blieb, verstand sich von selbst. Meine “Zeche” von kaum 7 DM mit dem Mineralwasser zu den Tagliatelle alla Carbonara bedeutete rund eineinhalb Stunden Nachhilfeunterricht, die ich dafür anderen gab. Und lag knapp unter dem Anfangs-Stundenlohn, den ich ein paar Monate später dann in der Bäckerei verdienen würde.  Aber damals wie heute, ich muss es gestehen: Sie waren es mir wert gewesen. Und als ich knapp 1 Jahr später dann mein Studium in Regensburg begann, wurden Tagliatelle und Spaghetti alla Carbonara zu den ersten der Rezepte, die ich mir auf meiner kleinen elektrischen Herdplatte zubereitete. Und — für die ich mir meine erste kleine Pfeffermühle kaufte, mit der Pfeffer sich unterschiedlich grob oder fein mahlen liess.

Dass ich wusste, wie diese Tagliatelle zubereitet worden waren, verdanke ich dem italienischen Besitzer jenes Restaurants. Wie gesagt – man war sehr aufmerksam, nicht nur der Service. Der Besitzer selbst war an den Tisch gekommen und hatte sich erkundigt, ob ich denn auch zufrieden gewesen sei. Er schmunzelte bis über beide Ohren, ob über mich als Gast oder weil ich mich vor Schüchternheit am liebsten fast in Luft aufgelöst hätte – chissà? Aus reiner Notwehr, weil es nicht zu genügen schien, dass ich bestätigt hatte, sehr zufrieden gewesen zu sein, und um ihn wieder verschwinden zu lassen, liess ich mich hinreissen, ihn zu fragen, wie das Gericht zubereitet werde. Ich dachte, da würde das Gespräch schnell versiegen – welcher Restaurantbesitzer verriet schon Rezepte seiner Gerichte? ……… Der Versuch schlug fehl…. er verriet es mir. Und plauderte weiter. Dass es eigentlich sonst mit Spaghetti üblich sei, sie aber würden es mal mit Spaghetti, mal eben auch mit den hausgemachten Tagliatelle servieren. Und auch, wie man diese machte, erzählte er mir.

Erst ein paar Jahre später bin ich erst wieder einmal dort mittags essen gegangen. Da hatte ich dann bereits meine erste Kanzlei in der Kurfürstenstrasse………und eine übermütig-spitzbübische Lust, wieder einmal dort Tagliatelle alla Carbonara zu schnabulieren. Und mit dem Besitzer wieder einmal über Pasta zu plaudern. Das aber……….ist dann wieder eine neue Geschichte.

Hier nun aber das Rezept von Clelia Sarto. Meine erste virtuelle “Begegnung” mit ihr war sie in der Rolle der deutsch-italienischen Kriminalkommissarin Daniela Fiori, die in der letzten Folge der 1. Staffel von SOKO Köln dann (leider) ausstieg. Einer meiner Lieblingsfilme mit ihr ist “Pizza und Marmelade”

Ungewöhnlich und mir bisher nicht bekannt ist für Spaghetti Carbonara die Zutat Muskat, die Clelia Sarto  verwendet. Obwohl ich Muskat bei Lasagne gelegentlich hinzufüge, wenn ich vegetarische zubereite. Aber wie der Versuch zeigte – es ist ein tolles Gewürz auch für die Carbonara.

Zutaten für 4-6 Personen:

  • 600 g dünne Spaghetti
  • 200 g Speck
  • 6 Eier
  • Parmesankäse
  • Schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • Olivenöl
  • Butter
  • Knoblauch
  • Muskatnuss
  • Petersilie oder Basilikum

Während Sie reichlich Wasser im Pasta-Topf zum Kochen bringen und die Spaghetti nach Packungsanleitung al dente garen, braten Sie den Speck in einer Pfanne in etwas Olivenöl an, geben ihn dann zum Abkühlen in eine Schüssel. In der Pfanne braten Sie dann den Knoblauch an, am besten nur leicht angedrückt.  Geben Sie dazu bereits schwarzen Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss und nehmen Sie den Knoblauch dann aus der Pfanne in eine Schale.

In einer grosssen Schüssel verquirlen Sie 6 Eier (pro Person ein Ei) , geben frisch geriebenen Parmesankäse dazu, sowie je nach Vorliebe frische Kräuter, wie Petersilie oder Basilikum. Vermischen sie alles gut. Sobald die Spaghetti al dente sind, nehmen Sie diese am besten mit einer Spaghettizange aus dem Pastatopf und geben diese direkt in die Schüssel mit der Ei-Parmesan-Mischung und vermischen diese gut. Ggf. noch etwas Kochwasser, damit das Gericht nicht zu trocken wird. Zuletzt noch ein  Stück Butter dazugeben und den erkalteten Speck und den Knoblauch untermischen, sofort servieren.   

Das Rezept wurde hier beim NDR veröffentlicht.

Clelia Sarto

Bild:

About Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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